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Rheinisch–Westfälische
Akademie für Neuropsychologie und Psychotherapie Postgraduierte Fort- und Weiterbildung
in Klinischer Neuropsychologie und Psychotherapie |
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Schmerzpsychologie |
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Dr.
Paul Nilges |
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Freitag 07.09.2012 von 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr |
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Kursnummer N 09
- 2012 |
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160,00 € GNP-Preis und andere Berufsverbände |
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176,00 € |
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Getränke, Verpflegung |
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GNP-Akkreditierung:
2 Stunden Code Nr. - Punkt
1.1 im Curriculum 1994 GNP-Akkreditierung:
3 Stunden Code Nr. - Punkt 2 im Curriculum 1994 GNP-Akkreditierung:
3 Stunden Code Nr. - Punkt
3 im Curriculum 1994 |
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GNP-Akkreditierung:
6 Stunden Code Nr. - Punkt 9 im Curriculum 2007 GNP-Akkreditierung:
2 Stunden Code Nr. - Punkt 2 im
Curriculum 2007 |
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Tagungsort: |
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GSI
- Gustav-Stresemann-Institut e.V. |
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Langer
Grabenweg 68, 53175 Bonn- Bad Godesberg |
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Telefon
0228-8107-0 - Fax 0228-8107-197 |
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Anreise Kfz / DB / FLUG: |
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Siehe www.gsi-bonn.de / Anfahrtsweg drucken |
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Übernachtungsmöglichkeiten: |
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Empfehlung:
Buchen Sie im GSI Hotels
in der Nähe Gesamte
Hotelübersicht Bonn |
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Gastronomie/ Freizeit: |
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Schmerzpsychologie Dr. Paul Nilges, DRK Schmerz-Zentrum Mainz Grundlagen Schmerz wird definiert als sensorische und
emotionale Erfahrung. Bereits bei akutem Schmerz haben somit kognitive,
emotionale und verhaltensbezogene Prozesse wesentlichen Einfluss auf die
Schmerzreaktion und Schmerzmodulation. Diese zunächst theoretischen Annahmen
wurden durch die aktuellen neurobiologischen Forschungsergebnisse inzwischen
eindrucksvoll bestätigt: Der physiologische Vorgang der Reizentstehung und
–verarbeitung im peripheren Nervensystem und Rückenmark wird als Nozizeption
bezeichnet. Von Schmerz kann dagegen erst dann gesprochen werden, wenn
oberhalb des Rückenmarks lokalisierte Strukturen des ZNS beteiligt sind.
Dabei ist eine Vielzahl von Hirnarealen aktiv. Die Wechselwirkungen dieser
Schmerzmatrix führen zum komplexen Sinneseindruck „Schmerz“. Die Auswirkungen
von Schädigungen lassen Rückschlüsse auf die Funktion einzelner Komponenten
dieser Matrix zu. Verlaufsstudien zur Schmerzwahrnehmung bei Patienten mit
Demenz-Erkrankungen lassen spezifische Defizite bei Medikamenteneffekten je
nach Lokalisation der Schädigung erwarten: Bei Störungen der
Frontalhirnfunktion ist die Wirkung von Analgetika dramatisch reduziert. Bei chronischen Schmerzen sind
psycho-sozialen Faktoren sowohl für die unmittelbaren individuellen
(Behinderung, Belastung, Lebensqualität) als auch langfristigen sozialen
Konsequenzen (Versorgungsstrukturen, Krankheitskosten) entscheidend. Im
Kontext somatischer Diagnostik und Therapie werden psychologische Prozesse
meist ignoriert, Patienten werden dadurch regelmäßig iatrogen geschädigt und
chronifiziert. Psychologische Modelle unterschätzen andererseits regelmäßig
die biologischen Komponenten chronischer Schmerzen: Muskuläre und neuronale
Faktoren müssen in multimodale Diagnose- und Behandlungskonzepte integriert
werden. Diagnostik Die Reliabilität und Validität
der üblichen Verfahren zur somatischen Diagnostik (Röntgen, CT, MRT) bei den
häufigsten Schmerzformen wird kritisch dargestellt. Dazu gehören die mit somatischer
Überdiagnostik verbundenen Probleme für Patient und Behandler sowie
Lösungsmöglichkeiten. Die Verfahren psychologischer
Schmerzdiagnostik werden dargestellt. Dazu gehören Grundlagen und Regeln
der Anamneseerhebung mit ihren schmerzspezifischen Besonderheiten. Die
Erfassung von Schmerzmerkmalen wie Intensität, Dauer, Maximum, Minimum und
Qualität ist inzwischen diagnostischer Standard. Grundlagen, Auswahl,
Anwendung der Verfahren im klinischen Alltag und Kriterien für „gute“ und
„schlechte“ Verfahren werden diskutiert. Besprochen und praxisnah vermittelt
werden die derzeit üblicherweise verwendeten Verfahren zur Schmerzmessung
(VAS, NRS, Schmerztagebücher, Fragebögen zur Schmerzqualität), Verfahren zur
Bestimmung der Chronifizierung (MPSS, Graduierung nach von Korrff) sowie
bereichsspezifische Instrumente zur Erfassung psychischer Belastungen
(depressive Symptome und Angst/Bewegungsangst) und Strategien im Umgang mit
Schmerz (Schmerzakzeptanz). Die Auswertung und Interpretation werden praxisgerecht
erarbeitet. Dabei werden häufige Fehlerquellen, Probleme und Entscheidungen
für oder gegen bestimmte Formate sowie die Anwendungsmöglichkeiten und
-grenzen beim Einsatz von Fragebögen bei Patienten mit körperlichen
Beschwerden erläutert. Besonderen Stellenwert hat das Gespräch mit Patienten:
Bei der Einführung der Verfahren, der Beantwortung von Fragen und Zweifeln
und bei der Vermittlung der Ergebnisse. Therapie Die derzeit praktizierten Behandlungsoptionen
reichen von klassischer Verhaltenstherapie mit Konfrontationsverfahren bei
Bewegungsangst bis zu achtsamkeitsbasierter Vorgehensweise. Genutzt werden
Gruppen- und Einzelsettings, abhängig auch von der Struktur der
Behandlungseinrichtung. Besonderheiten bei Entspannungsverfahren und die
Bedeutung ergänzender Möglichkeiten (z.B. Einsatz von Biofeedback) werden
vermittelt. Die diagnostische Klassifikation
chronischen Schmerzes in ICD/DSM ist ebenso Thema wie die Einbettung im
DRG-System. Ziel des Seminars ist die
Vermittlung von Kooperationswissen, die Einschätzung der tatsächlichen
diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der in der Schmerztherapie
beteiligten Fachrichtungen. Diese Themen werden anhand klinischer Beispiele
und aktueller Studien diskutiert. Merkmale „echter“ Interdisziplinarität im
Unterschied zu multidisziplinären Konzepten werden dargestellt. |