|
Rheinisch–Westfälische
Akademie für Neuropsychologie und Psychotherapie Postgraduierte Fort- und Weiterbildung
in Klinischer Neuropsychologie und Psychotherapie |
||
|
||
|
Diagnostik und Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen |
||
|
Prof.
Walter Sturm |
||
|
RWTH Aachen |
||
|
Samstag 06.10.2012 von 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr |
||
|
Kursnummer S 13
- 2012 |
||
|
160,00 € GNP-Preis und andere Berufsverbände |
||
|
176,00 € |
||
|
Getränke, Verpflegung |
||
|
GNP-Akkreditierung:
8 Stunden Code Nr. 1525 - Punkt 3 im Curriculum 1994 |
||
|
GNP-Akkreditierung:
8 Stunden Code Nr. 1525 - Punkt 9 im Curriculum 2007 |
||
|
Tagungsort: |
||
|
GSI
- Gustav-Stresemann-Institut e.V. |
||
|
Langer
Grabenweg 68, 53175 Bonn- Bad Godesberg |
||
|
Telefon
0228-8107-0 - Fax 0228-8107-197 |
||
|
Anreise Kfz / DB / FLUG: |
||
|
Siehe www.gsi-bonn.de / Anfahrtsweg drucken |
||
|
Übernachtungsmöglichkeiten: |
||
|
Empfehlung:
Buchen Sie im GSI Hotels
in der Nähe Gesamte
Hotelübersicht Bonn |
||
|
Gastronomie/ Freizeit: |
||
|
|
||
|
|
||
|
Diagnostik und Behandlung von
Aufmerksamkeitsstörungen Prof. Walter Sturm Störungen
der Aufmerksamkeit gehören neben den Störungen des Gedächtnisses zu den
häufigsten Folgen von Hirnschädigungen unterschiedlichster Ätiologie. Für
Fragen der Möglichkeiten zur Wiedereingliederung in Alltag und Beruf kommt
der Beurteilung der Aufmerksamkeitsleistungen eine zentrale Bedeutung zu.
Doch auch die Fragen der neuropsychologische Rehabilitation sind davon
unmittelbar betroffen, wo jede rehabilitative Maßnahme in der Regel auch
entsprechende Aufmerksamkeitsleistungen voraussetzt. Einer sicheren Diagnose
von Aufmerksamkeitsstörungen kommt bei der Rehabilitation eine große
Bedeutung zu. Diese setzt jedoch voraus, dass entsprechende spezifische und
sensible Testverfahren zur Verfügung
stehen. Durch die
vielfältigen Facetten der Aufmerksamkeitsstörungen und anhand
der Tatsache, dass die Aufmerksamkeitsleistungen meist mit anderen Defiziten,
z.B. Wahrnehmungstörungen, Störungen des Gedächtnisses oder Sprachstörungen,
konfundiert sind, ist eine sichere Diagnose keine triviale Aufgabe. Da die
Qualität von Aufmerksamkeitsleistungen oft in besonders hohem Maße von der
Geschwindigkeit der Aufgabenverarbeitung, z. T. sogar von
Reaktionszeitmessungen im Millisekundenbereich abhängt, haben sich in den
letzten Jahren insbesondere computergestützte Verfahren etabliert, die neben
einer Fehleranalyse auch diese zeitabhängigen Aufmerksamkeitsparameter genau
und zuverlässig messen können. Nach
neueren psychologischen und neuropsychologischen Theorien kann man
Aufmerksamkeit nicht als eine einheitliche Funktion ansehen. Es kann somit
bei Aufmerksamkeitsstörungen auch nicht von einem einheitlichen Störungsbild
ausgegangen werden, sondern je nach Lokalisation der Hirnschädigung ist mit
spezifischen Beeinträchtigungen unterschiedlicher Aufmerksamkeitsaspekte zu
rechnen. Entsprechend der Qualität der Störung müssen
Aufmerksamkeitsfunktionen auch hochspezifisch therapiert werden.
Insbesondere bei Störungen
elementarer Aufmerksamkeitsaspekte (Alertness, Vigilanz) kann es bei
Anwendung ungeeigneter, zu komplexer Therapieprogramme sogar zu einer
weiteren Verschlechterung der Funktion kommen. Im Gegensatz zu anderen kognitiven
Funktionen sind zumindest einige
Aufmerksamkeitsleistungen durch eine Stimulationstherapie beeinflussbar, ohne
dass dem Patienten spezielle Strategien vermittelt werden müssen. Diese
stimulierenden und aktivierenden Verfahren müssen jedoch ggf. durch andere
Maßnahmen (z. B. Selbstinstruktionstechniken) und verhaltenstherapeutische
Methoden, durch Hilfen bei der Organisation des Alltags (z. B. Vermeidung von
Ablenkung, Einlegen von Pausen) aber auch durch Einbeziehung und
Neuorganisation des Patientenumfelds ergänzt werden. Neben Verbesserungen
formaler Aufmerksamkeitsleistungen konnte auch ein positiver Einfluss der
Therapie auf Alltagsfunktionen beobachtet werden. In
dem Seminar werden die der neuropsychologischen Diagnostik und Therapie
zugrunde liegenden Aufmerksamkeitstheorien und Krankheitsbilder vorgestellt
und auf die funktionelle Neuroanatomie spezifischer Aufmerksamkeitsfunktionen
eingegangen. Neben etablierten Test- und Fragebogenverfahren werden auch
neuere Diagnostikansätze (Testbatterie für Wahrnehmungs- und
Aufmerksamkeitsfunktionen WAF) und auf ihre Effizienz hin überprüfte Therapieverfahren präsentiert. Auf
den Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeitsdefiziten und
Halbseitenneglect wird spezifisch eingegangen. |